Zwischendeponien als Notlösung

In der Deponie Unterkobel beim Weiler Moos war man in den letzten zwei Wochen wieder mit Baumaschinen am Arbeiten. Allerdings wird noch bis auf Weiteres weder Bauschutt noch Aushub angenommen. Die Arbeiten der letzten Tage dienten lediglich dazu, die rauhen Flächen im Bereich des Rutsches zu glätten, damit sich das Erdreich bei weiteren Regenfällen weniger mit Wasser voll saugt. Ausserdem hat man demontiert und weggeräumt, was an Infrastruktur nach dem Rutsch nicht mehr zu gebrauchen war.
Regulärer Betrieb erst 2013
Wie der Rutsch saniert wird, ist zurzeit noch offen. Geologen haben im Bereich der Zufahrtsstrassen vor der Deponie mit Bohrungen den Untergrund sondiert. Die gewonnenen Erkenntnisse werden als Grundlage für eine oder mehrere Sanierungsvarianten dienen, die sie erarbeiten. «Bis Ende Jahr werden wir wissen, wie's weitergeht», sagt Peter Dietsche, Geschäftsführer der Robert König AG, die die Deponie betreibt. Er hofft, dass nach dem allfälligen Einholen ergänzender Bewilligungen die Deponie nächstes Jahr wieder für Anlieferungen offen sein wird.
Gebaut wird im Rheintal derzeit freilich unvermindert. Seit starker Regen über mehrere Tage vor einem Monat einen Teil der Deponie hat abrutschen lassen, muss Bauschutt und Aushub entweder an einem zulässigen Ort zwischengelagert oder in eine andere Deponie gefahren werden.
Zwei Zwischendeponien
Ein wenig entlastet werden die Bauunternehmen nun, nachdem Hansjörg Sieber vom Betonwerk Sieber und Hugo Kaufmann vom Huka-Baupool für zwei Zwischendeponien Hand geboten haben: Seit Anfang letzter Woche kann von kleineren Baustellen Bauschutt und sauberer Aushub zum Betonwerk Sieber bei der Autobahnausfahrt Oberriet geführt werden. Ab 6. August, nach den Gewerbe- und Bauferien, besteht eine weitere Möglichkeit zur Zwischendeponie von sauberem Aushub auf dem Areal des Huka-Baupools im Altstätter Fleuben.
Ohne Deponie geht nichts
«Dafür bin ich sehr dankbar», betont Peter Dietsche, «denn ohne die Zwischendeponien würde das ganze Bauwesen im Rheintal mittelfristig stillstehen.»
Betrieben werden beide Zwischendeponien von der Robert König AG, bei welcher Anlieferungen angemeldet werden müssen. Zusätzlich zur jeweils in Oberriet erhobenen Gebühr wird ein Zwischenlager-Zuschlag erhoben. Damit wird die Überführung des zwischengelagerten Materials in die Deponie in Oberriet finanziert, sobald diese wieder zur Verfügung steht.
Kapazität reicht nicht
Peter Dietsche betont allerdings: Die Kapazität der Deponie in Oberriet wird mit den Zwischenlagern längst nicht erreicht. Jede Baustelle, welche die Möglichkeit bietet, Aushub vor Ort in die Geländegestaltung zu verbauen, sei eine Entlastung.
Auch St. Gallen bietet Hand
Eine Alternative zu den zwei Zwischenlagern im oberen Rheintal ist vor allem für Bauunternehmen mit Baustellen im unteren Rheintal die Deponie Tiefentobel der Stadt St. Gallen. Dort wird in Anbetracht der Notlage im Rheintal entgegenkommenderweise bis Ende Oktober auf den Zuschlag für Anlieferungen auswärtiger Baufirmen verzichtet.
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