Ortsgemeinde in heutiger Form erhalten
Betreff: Ortsgemeinde-Wahlen
in Diepoldsau
Eine Ortsgemeinde ist eine Erbschaft, die Generationen und Jahrhunderte überdauern und im Notfall den Ortsbürgern helfen soll, über die Runden zu kommen. Es ist kein Unternehmen, das grosse Renditen abwerfen muss, soll aber selbsttragend sein. Ähnlich wie bei anderen Ortsgemeinden, wirft auch der Diepoldsauer Besitz im Moment nicht viel ab, weil Wald, Alpwirtschaft und Landwirtschaft in der heutigen Zeit schlicht und einfach nicht rentieren. Und wenn eine Ortsgemeinde nicht sehr umsichtig geführt wird, schaut am Ende des Jahres gerade mal eine schwarze Null heraus. Da ist die Versuchung natürlich gross, statt der Landwirtschaft etwas «Rentableres» zu machen, Bauland zu verkaufen, oder eine andere Nutzung anzustreben (Stichwort Golfplatz). Meines Erachtens gibt es genügend unselige Bestrebungen, Diepoldsau «wachsen» zu lassen. Mit dem verrückten Ziel: mehr Leute, mehr Häuser, mehr Strassen, mehr Autos, mehr Industrie, mehr Lärm. Ich persönlich bevorzuge mehr Natur! Die der Natur am nächsten stehende Nutzung ist gewiss die Landwirtschaft. Wenn wir den Eigenversorgungsgrad unseres Landes anschauen, ist es geradezu unsere Pflicht, die Landwirtschaft zu erhalten. Auch wenn sie halt eben nur knapp rentiert.
Der Landwirt Peter Kuster ist von allen Diepoldsauern wahrscheinlich derjenige, der die Ortsgemeinde am besten kennt. Nach 20 Jahren im Ortsverwaltungsrat kennt er den Zustand des Ortsgemeinde-Besitzes und kann jede Ortsgemeindeangelegenheit hinsichtlich Folgen und Kosten sehr realistisch beurteilen. Kuster will erklärtermassen die Ortsgemeinde Diepoldsau in ihrer heutigen Form erhalten, ebenso will er den Tratthof nach seiner Pensionierung einem jungen Bauern übergeben. Dass die Verbindung «Pächter und Ortsverwaltungsrat» nicht unbedingt ein Interessenkonflikt sein muss, ist in den letzten 20 Jahren zur Genüge bewiesen worden.
Der Ortsverwaltungsrat erwägt eine Aufteilung des Tratthofs nach Ablauf von Kusters Pachtvertrag. Ein Teil des heute selbständigen Bauernhofs sollte dann an andere Bauern verpachtet und der Rest einer «Umnutzung» unterworfen werden. Wenn wir unter «Umnutzung» den Verkauf von Bauland und das Anlegen eines Golfplatzes verstehen, liegen wir ungefähr in der Zielrichtung von Kusters Gegenkandidaten Georg Hutter. Interessenkonflikte? Nun, Georg Hutter ist Hobbygolfer und als Bauingenieur und Inhaber der Georg Hutter Ing. AG an der baulichen Entwicklung von Diepoldsau sehr interessiert. Die Ortsgemeinde hätte gewiss schnell ein paar Franken mehr in der Kasse, würde aber garantiert sicher kleiner. Ob so ein Golfplatz wirklich rentiert? Wen interessiert's! Sind Ortsgemeinden nicht sowieso ein alter Zopf?
Paul Benz
Diepoldsau
Gelebte Integration im Bruggerhorn
Einsam und verlassen steht seit Wochen die öffentlich bejubelte «BotschafterIn-Box» im Strandbad Bruggerhorn in St. Margrethen. Was sie dort verloren hat, weiss niemand so recht. Hauptsache, sie wurde pompös in den Medien vorgestellt, und ihre Initianten und Sponsoren durften sich als dem Dorf besonders wohlgesinnte Menschen darstellen. Unweit davon spielt sich das wahre Leben ab. Wie beispielsweise auf dem Beachvolleyballfeld, wo zusammengewürfelte Badegäste-Teams freundschaftlich gegeneinander antreten. Schweizer kennen dort keine Berührungsängste mit Thailändern, Österreichern, Ex-Jugoslawen und vielen weiteren Nationalitäten. Im Gegenteil: sie spielen sogar in gemischten Teams gegeneinander und geben sich anschliessend die Hand.
Dafür braucht es keine teuren Integrationsprogramme und von den ewig gleichen Kreisen besuchte Pseudo-Anlässe. Auch braucht sich niemand irgendwo zu registrieren oder einem Verein beizutreten. Das schöne Wetter führt die Menschen von alleine zusammen und festigt die gegenseitige Akzeptanz. Badesaison für Badesaison, die Stammgäste kennen sich untereinander. Gesprochen wird selbstverständlich Deutsch, und Körperverhüllung ist ein Fremdwort. Wer sich integrieren möchte, dem stehen alle Türen offen. Wer dies verweigert, der soll konsequent sanktioniert werden. Unseren Vorzeigebotschaftern und Integrationsbehörden würde ein Besuch im Bruggerhorn vielleicht die Augen öffnen.
Fabian Herter
SVP-Vizepräsident
St. Margrethen
Auch mal Ecken und Kanten zeigen
Betreff: Wahl des Gemeindepräsidenten in Au
Als Personalverantwortlicher in einer grösseren Unternehmung prüfe ich in meinem Berufsalltag Kandidaten auf ihre Eignung. 2006 durfte ich zusammen mit den Parteipräsidenten der CVP, FDP und SVP innerhalb der damaligen Findungskommission bei der Wahl eines neuen Gemeindepräsidenten mitwirken. Aus über 60 Dossiers präsentierten wir der Auer und Heerbrüggler Bevölkerung drei Kandidaten. Letztlich obsiegte im zweiten Wahlgang Walter Grob mit klarem Vorsprung.
Ich mag mich noch gut erinnern, wie wir innerhalb der Findungskommission das Anforderungsprofil des zukünftigen Gemeindepräsidenten ausgiebig diskutierten. Bewusst setzten wir die Messlatte bei Persönlichkeit, Politikverständnis, Ausbildung, Fachkompetenz, Sozialkompetenz und Führungserfahrung hoch an. Wir waren uns einig darüber, dass der neue Gemeindepräsident einem CEO einer mittelgrossen Unternehmung gleichzusetzen ist. Die Absicht der Findungskommission bestand darin, mit einer breit aufgestellten Persönlichkeit an der Spitze für die zukünftigen Herausforderungen der Gemeinde gerüstet zu sein. Der Souverän von Au/Heerbrugg war ebenfalls dieser Meinung und schenkte Walter Grob das Vertrauen.
Als ehemaliges Mitglied der Findungskommission und als interessierter Bürger verfolge ich seither aufmerksam die Arbeit von Walter Grob. Damals wie heute ist er für mich ein Kandidat mit grosser Fachkompetenz, verbunden mit Bodenhaftung, Pragmatismus und einem gesunden Augenmass. Ich traue ihm jenes Potenzial zu, um die Gemeinde Au/Heerbrugg im Mittelrheintal aktuell und auch zukunftsgerichtet zu positionieren. Auch nach 6 Jahren bin ich überzeugt, dass Walter Grob zusammen mit seinen Kollegen/-innen im Gemeinderat und den Mitarbeitenden in der Verwaltung wertvolle Impulse zur Weiterentwicklung von Au/Heerbrugg setzt und auch für deren Umsetzung sorgt.
Was für mich zählt, ist eine ehrliche Arbeit, die tagein und tagaus erbracht wird. Es geht mir nicht um Effekthascherei, ja Populismus; es geht mir um eine ökonomisch und ökologisch fundierte Entwicklung. Walter Grob geniesst mein volles Vertrauen. Persönlich schätze ich seinen Mut, auch mal Ecken und Kanten zu zeigen, wenn es die Situation erfordert. Dass dies nicht immer allen passt, ist auch klar. Eine Persönlichkeit mit Ecken und Kanten ist mir jedoch viel lieber als eine «runde», die es allen recht machen will. Da gibt es kaum Diskussionen und Auseinandersetzungen. Fehlen diese, so finden auch keine Entwicklungen statt. Und wer sich heute, auch als Gemeinde, nicht weiterentwickelt, wird schon bald im politischen und wirtschaftlichen Abseits stehen.
Persönlichkeit, Politikverständnis, Ausbildung, Fachkompetenz, Sozialkompetenz und Führungserfahrung sind nach wie vor meine Kriterien, an denen ich den Gemeindepräsidenten messe. Dass Walter Grob diese Kriterien in hohem Mass erfüllt, hat er in den letzten sechs Jahren vielfach bewiesen.
Ueli Plüss
Schlattstr. 12, Heerbrugg
OMR-Präsidium setzt politische Erfahrung voraus
Für das Präsidium der Oberstufe Mittelrheintal (OMR) ist jemand gefragt, der vom ersten Tag an in der Lage ist, diese Aufgabe selbständig, mit dem notwendigen Fachwissen und den dafür nötigen zeitlichen Kapazitäten auszuführen. Die betreffende Person muss wissen, wie eine Schule in dieser Grösse funktioniert und welche Grundlagen anzuwenden sind. Politische Prozesse sind zu gestalten und die Lehrerschaft ist optimal in diese Entscheidungen einzubinden. Zu anderen Körperschaften und dem Kanton bzw. dem Bildungsdepartement gibt es viele Schnittstellen, die bekannt sein müssen. Dies alles nur vom Hörensagen zu kennen, reicht bestimmt nicht aus. Es wäre daher nicht förderlich, fürs OMR-Präsidium jemanden zu wählen, der keine schulpolitische Sachkompetenz mitbringt und noch nie politische und gemeindeübergreifende Aufgaben gelöst hat.
Mit Corinne Lei-Matter steht eine Kandidatin zur Verfügung, die sich seit sechs Jahren topmotiviert als Schulrätin an der Oberstufe Mittelrheintal (OMR) für alle Belange an der Schule einsetzt und sich mit grossem Fachwissen und hohem Engagement dafür engagiert. Sie war in den meisten schulratsinternen Arbeitsgruppen tätig und kennt somit alle neueren Prozesse (wie z. B. neue Gemeinde- und Schulordnung). Bei der Einführung des Internen Kontrollsystems (IKS) arbeitete sie ebenfalls mit wie in einer Arbeitsgruppe, die zusammen mit dem Amt für Gemeinden ein Computertool für das IKS für die Schulgemeinden im Kanton St. Gallen erarbeitete. Als ehemalige Fachlehrerin an der St. Galler med. Fachschule pflegte sie einen aktiven Zugang zu Schülerinnen, Schülern, Eltern und Fachlehrpersonen. Als Prüfungsexpertin ist sich Corinne Lei-Matter gewohnt, Gespräche mit verschiedensten Menschen zu führen und ihnen dabei nicht immer nur angenehme Mitteilungen zu eröffnen.
Markus Bernet
Au
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